"Der Heilige Michael verfolgt mich!"

Unser Nordstemmer Kreuzweg geht in die Schweiz

„Der Hl. Michael verfolgt mich!“ So sagte mit einem Schmunzeln und einem Augenzwinkern Pfarrer Branko Umek, der Ende Oktober aus der Schweiz von der katholischen St.-Mauritius-Gemeinde Regensdorf / Furttal aus dem Kanton Zürich nach Nordstemmen gekommen war, um den Kreuzweg von St. Michael abzuholen – wieder ein Michael!

Die Gemeinde St. Mauritius hatte bisher keinen Kreuzweg. Beim Bau der Schweizer Kirche, die 1974 geweiht wurde, war kein Kreuzweg mit eingeplant worden. Der Wunsch danach war aber schon länger da. Aus Nachhaltigkeitsgründen hat die Gemeinde nach einem „Second-Hand-Kreuzweg“ gesucht, so erzählte Pfarrer Umek. Die Anfrage an deutsche Bistümer kam auch in Hildesheim an und wurde an den Kirchort in Nordstemmen weitergeleitet. Verschiedene Angebote gingen in der Schweiz ein. Die Entscheidung fiel für unseren Kreuzweg, da er „am besten in die Kirche passt.“ Sehr zu unserer Freude!

Nach der Aktion „Staub entfernen“, die einige Mitglieder des Kirchortteams durchgeführt hatten, nahm Pfarrer Umek bei seinem Besuch den auf Tischen gelegten Kreuzweg erstmals in Augenschein: er passt sehr gut! Beim Umdrehen der einzelnen Stationen konnte entdeckt werden, wer den Kreuzweg gefertigt hat: handgeschnitzt wurde er von der Holzschnitzerei Theodor Breuder aus Bischofsheim in der Rhön. Auf der Rückseite der ersten Station war zu lesen, dass er 1994 von Angela Seidler gestiftet wurde. Das große Engagement der Stifterin wirkt weiter fort durch die Nachnutzung in St. Mauritius!

Nach dem sorgfältigen Verpacken der Stationen in drei Umzugskisten – Noppenfolie und Panzerband hatte Pfarrer Umek mitgebracht – und dem Beladen des Autos, ging es noch zum Treffpunkt für ein kleines Mittagessen und einen regen Austausch. Pfarrer Umek erzählte interessant aus seiner Gemeinde: „die Zahl der Katholiken wächst bei uns.“ Zu der Gemeinde gehören die unterschiedlichsten Nationalitäten, und gerade entsteht ein neues Baugebiet mit 5.000 Einwohnern. Allein das 18-köpfige Pfarreiteam besteht aus Mitarbeitern acht unterschiedlicher Nationalitäten.

Und dann Michael: Pfarrer Umek kommt aus Slowenien und ist in einer Hl.-Michael-Gemeinde aufgewachsen. Als Diakon kam er in eine Michael-Gemeinde. Als Vikar wurde er in einer anderen Gemeinde für die Filialkirche St. Michael zuständig und als Pfarrer in Slowenien war er in einer Gemeinde, wo auch der Erzengel Michael Pfarreipatron war. Sein Großvater und sein Patenonkel heißen: Michael! Als er nach Regensdorf kam, schenkten ihm die Pfarreimitglieder eine Ikone des hl. Erzengels Michael. Und jetzt noch der Kreuzweg von St. Michael. „Der Hl. Michael verfolgt mich!“, so Pfarrer Umek mit einem Lächeln. Aber eigentlich „begleitet er mich“. So hat die Abholung des Kreuzwegs viele schöne, erzählenswerte Geschichten hervorgebracht. Wir sind sehr dankbar, dass er so eine wertschätzende und gute Nachnutzung in der Schweiz erfährt! Und vielleicht können wir ihn einmal besuchen!

 

Text: Barbara Scholz
Fotos: Barbara Scholz und Dorothee Klawunn