Die Vorfreude steigt
Der vierte Themenabend: RAUM
Der vierte und letzte Themenabend zur geplanten Umgestaltung der Heilig-Geist-Kirche war zugleich auch der Höhepunkt der Reihe. Denn nun ging es (endlich) um „den Raum“, um den Innenraum der Kirche und wie er sich im kommenden Jahr verändern wird.
Die Referentin des Abends war Rose von der Heyde vom Architekturbüro Springmeier in Braunschweig. Sie plant seit über 1 ½ Jahren gemeinsam mit den verschiedenen Fachplanern und dem Pastoralteam der Pfarrgemeinde als „Bauherr:innen“ den Prozess der Umgestaltung.
Pfarrer Harald Volkwein begrüßte die Referentin und alle Interessierten, die unter anderem sogar aus Göttingen angereist waren. Passend zum Thema des Abends zitierte er einen Text des chinesischen Philosophen Laozi (auch Lao-Tse, 6. Jh.v.Chr):
Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
In ihrem Nichts besteht des Wagen Werk.
Man höhlet Ton und bildet ihn zu Töpfen:
In ihrem Nichts besteht der Töpfe Werk.
Man gräbt Türen und Fenster, damit die Kammer werde:
In ihrem Nichts besteht der Kammer Werk.
Darum: Was ist, dient dem Besitz.
Was nicht ist, dient zum Werk.
Als einen zweiten einführenden geistlichen Impuls las Diakon Peter Abel einen Psalm, dessen Eingangsvers auch über dem Hauptportal der Kirche zu lesen ist.
Die Architektin Rose von der Heyde zeigte im ersten Teil des Abends die ursprüngliche Architektur der Kirche auf, die vor 111 Jahren eingeweiht worden war. Sie wies auf die regelmäßig wiederkehrenden Formen hin, auf Quadrate, Kreise und Halbkreise, die sich in den Fenstern, Säulen und Maßen von Haupt- und Seitenschiff wiederfinden. Um das zu verdeutlichen, lud sie die Teilnehmenden ein, sich an verschiedene Orte in der Kirche zu begeben und in teils ungewohnte Blickrichtungen zu schauen.
Im zweiten Teil stand die Präsentation der geplanten Veränderungen. Frau von der Heyde bot durch Visualisierungen des künftigen Kirchenraums, durch Grundrisse, Längs- und Querschnitte einen vielfältigen Einblick, wie sich die Heilig-Geist-Kirche in spätestens einem Jahr präsentieren wird. Die größten sichtbaren Neuerungen werden darin bestehen, dass die Kirchenbänke durch Stühle ersetzt werden, die in Form einer Ellipse im Kirchenschiff stehen werden. Altar und Ambo bilden dann die Scheitelpunkte dieser Ellipse. Diese Fläche, auf der künftig die Menschen bei Gottesdiensten oder anderen Veranstaltungen sitzen werden, wird mit einem Holzparkett versehen sein, unter dem sich eine Fußbodenheizung verbirgt. Über den Stühlen werden Licht- und Heizelemente in großen Bögen die elliptische Form aufnehmen.
Der bisherige Altarraum wird ebenfalls einen Holzboden erhalten, dort wird sich „nur noch“ das Taufbecken befinden. Im Querschiff wird auf der linken Seite die Orgel aus der Kirche St. Michael und auf der rechten Seite der Tabernakel platziert werden.
Viele der aufwendigen Arbeiten, die im Laufe des kommenden Jahres vorgenommen werden, werden am Ende nicht sichtbar sein. Rose von der Heyde nannte das Verfüllen der alten Heizungsschächte, das Ausschachten des Bodens und der Aufbau der künftigen Fußbodenheizung, die Elektroarbeiten und das Platzieren der Versorgungsleitungen. All dies kostet aber Zeit und natürlich auch Geld. Die Summe des Umbaus beläuft sich auf 1,75 Mio. Euro.
Ute Köhler dankte als Moderatorin des Abends Rose von der Heyde für die vielen Informationen, die große Vorfreude auf die veränderte Kirche wecken. Die Umbauarbeiten werden Anfang Januar beginnen, eine Wiedereröffnung ist für Ende November geplant.
Text: Ute Köhler
Fotos: Hans Potthast















