Übergang...
Feier der Karwoche und des Osterfestes in Heilig Geist
„Bewegend“ - das war eine vielgehörte Reaktion nach den Gottesdiensten von Palmsonntag bis zum Ostermorgen in der neugestalteten Heilig-Geist-Kirche.
Ein kleines Team hatte sich im Vorfeld Gedanken gemacht, wie die einzelnen Gottesdienste mit den Möglichkeiten des neuen Raumes gefeiert werden könnten. Leitgedanke war das Thema „Übergang“, das den Weg Jesu durch diese Tage prägt, aber auch ein wesentliches Merkmal unseres Lebens ist.
Am Palmsonntag zeigte sich der Himmel verhangen, sodass die Segnung der Buchsbaumzweige in die Mitte der versammelten Gemeinde verlegt wurde. Mit Zweigen, Symbolen des Lebens, in den Händen waren alle eingeladen, miteinander das Kircheninnere zu umschreiten: Gehen als Zeichen des vielfältigen „Hinübergehens“ und ständiger Veränderungen im Leben. Die erst wenige Tage alte Nachricht, dass Bischof Heiner Wilmer das Bistum Hildesheim verlassen und neuer Bischof in Münster werden wird, war dabei eine Veränderung, die unterschiedliche Emotionen hervorrief. Die Einladung am Beginn der Karwoche war, in den kommenden Tagen bewusst „Übergänge“ und Veränderungen im eigenen Leben wahrzunehmen.
Die Feier des Gründonnerstags erinnerte an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern, während dessen er dem geteilten Brot und Wein eine neue Bedeutung gab: „Das ist mein Leib, mein Blut für euch!“
Tische aus dem Pfarrheim mit weißen Tischdecken standen zwischen den Stuhlreihen. Nach dem Evangelium bildeten sich durch einfaches Umdrehen der Stühle Tischgruppen, die mit vorbereiteten Boxen selbständig ihre Tische deckten. Bei Saft und Wasser, Weintrauben, Baguette und Käsewürfeln, Kerzen und Blumen als Schmuck, waren alle eingeladen sich zu erzählen, welche Übergänge im persönlichen Leben stattgefunden haben oder gerade stattfinden. Die Herausforderung wurde angenommen und sich angeregt unterhalten. Nach einem kurzen Wegräumen setzte sich der Gottesdienst mit der Feier des eucharistischen Mahles fort.
Die Liturgie des Karfreitags hat immer etwas Ernstes, Zurückhaltendes und doch auch Emotionales an sich, dem Anlass entsprechend, denn die Gemeinde versammelt sich um 15.00 Uhr zum Gedenken an die Sterbestunde Jesu am Kreuz. Eindrücklich wurde die Passion, die Leidensgeschichte Jesu durch drei Sprecherinnen und Sprecher von drei Orten der Kirche vorgetragen. In den „Großen Fürbitten“ wurde in aktualisierter Form in den bedeutsamen Anliegen der Menschheit gebetet. Das in Prozession herbeigebrachte und entblößte Kreuz wurde in die Mitte auf ein gestaltetes „Grab“ gelegt. Die Verehrung des Kreuzes erfolgte ohne „angeordnete“ Reihenfolge, so wie jede und jeder es für sich als stimmig empfand. Zum Ende war der gekreuzigte Jesus eingetaucht in Blütenblätter, die in Körben zum Bestreuen bereitstanden. Dass nach Jahren des Theologiestudiums und des priesterlichen Dienstes er noch immer nicht in Gänze verstanden habe, warum Jesus das auf sich genommen habe, er aber immer wieder berührt sei und „Danke“ sage, das genüge ihm, so Pfarrer Volkwein in seiner Predigt.
Am Morgen des Ostersonntags wurde um 5.30 Uhr das Osterfeuer entzündet, dessen Flammen schnell hochloderten und Funken in den noch dunklen Himmel hochsteigen ließen. Die Osterkerze wurde dieses Jahr wieder von Mechthild Döring mit Unterstützung ihrer Familie gestaltet und ist ein echtes Kunstwerk. Nach dem Einzug in die durch das Rot der Heizungselemente und die 1%ige Beleuchtung nicht völlig dunkle Kirche sang Diakon Abel das feierliche Exsultet, das Lob der Osterkerze. Das Grab des Karfreitags war durch einen blühenden Ostergarten ersetzt, in dessen Mitte die Osterkerze steht und während der Osterzeit auch brennen wird. In seiner Predigt nahm Pfarrer Volkwein Bezug auf die aktuelle Mondmission „Artemis 2“, während der die Crew aus dem Abstand von der Schönheit der Erde inmitten des Dunkels des Universums überwältigt war. Anders sehen, neu sehen, mit „Osteraugen“ sehen – dazu lädt der auferstandene Jesus ein. Passend dazu lud Pfarrer Volkwein die Mitfeiernden ein, sind mit dem gesegneten Osterwasser in Erinnerung an die eigene Taufe nicht nur zu bekreuzigen, sondern auch die Augen zu benetzen.
Wer wollte, war nach dem Auferstehungsgottesdienst zu einem Mitbring-Frühstück ins Pfarrheim eingeladen, das in seinen Grundbestandteilen wieder von engagierten Menschen am Vortag vorbereitet worden war.
Bemerkenswert war die durchweg hohe Beteiligung und gesammelte Mitfeier aller Gottesdienste in dieser Woche. Ein schöner „Übergang“ des Feierns in unserer neugestalteten Kirche!
Allen, die in unterschiedlicher Weise zur Vorbereitung, Durchführung und dem Gelingen der Feiern beigetragen haben, sei ein herzliches Dankeschön ausgesprochen!
Text: Harald Volkwein
Fotos: Hans & Tim Potthast, Harald Volkwein











































































