Wie geht´s denn unserem Nikolaus?

Besuch bei der Restauratorin Jutta Knörle

Seit Anfang Januar befinden sich die vier Heiligenfiguren aus der Heilig-Geist-Kirche in der Restaurierungswerkstatt von Jutta Knörle in Giesen. Im Juni hat eine Gruppe von Interessierten ihr und den Statuen einen Besuch abgestattet. 

Zwei Figuren - der Hl. Nikolaus und die Pietà (Marie mit dem toten Jesus auf dem Schoß) - waren im Frühjahr noch eine Station weitergereist. Bei ihnen hatte Frau Knörle einen Holzinsektenbefall festgestellt, sodass die beiden einige Wochen in einer Stickstoffkammer eines Celler Museum verbrachten. Nun sind sie von den kleinen Tierchen befreit und werden gemeinsam mit Maria und Josef im Giesener Atelier behutsam gereinigt und teilweise leicht aufgearbeitet. Frau Knörle erklärte ihre Vorgehensweise anhand der Figur des Hl. Nikolaus. Geradezu detektivisch mutet ihre Arbeit an, um herauszufinden, welche früheren Farbschichten angelegt wurden und wie diese bereits früher aufgearbeitet bzw. verändert worden waren. Durch eine Reinigungsprozedur hatte die Pietà einiges an Goldglanz eingebüßt, dieser kann durch vorsichtiges Aufbringen von Blattgold wieder hergestellt werden. 

Allein den Blick durch den Werkraum schweifen zu lassen - über Farben, Pinsel, unbekannte Utensilien und weitere Stücke zur Aufarbeitung - war schon ein Fest. Aufmerksame Besucher entdeckten Josefs Heiligenschein, der sorgsam am Schrank aufgehängt war; daneben lehnte der Bischofsstab des Heiligen Nikolaus. Auch das Zepter des Jesuskinds war diesem vorübergehend aus der Hand genommen und fand sich andernorts.

Bis zum Herbst dürfen die Figuren noch in Giesen verbleiben, rechtzeitig zur Wiedereröffnung der Heilig-Geist-Kirche Ende November werden sie zurückkehren und in neuem Glanz erstrahlen.

 

Text: Ute Köhler 
Fotos: Tim Potthast